Dieses Fazit zieht die Turnierleitung zur Halbzeit

Ein Blick in das B-Open

Favoriten, die ihrer Rolle gerecht werden, aber auch einige Überraschungen: Das ist das Fazit, das Turnierleiter Christian Goldschmidt zur Hälfte der Sparkassen Open zieht. Auch die „Lokalmatadoren“ halten gut mit.

In den drei Open im Fritz-Henßler-Haus hat sich bereits einiges getan. Einige Spieler sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden, andere haben noch nicht gezeigt, was sie eigentlich können. Und wieder andere spielen viel besser, als zu erwarten war. Doch alles im Einzelnen:

Im A-Turnier ist Gerrit Hourigan (SF Hamburg) nah dran an der IM-Norm, erklärt Turnierleiter Christian Goldschmidt. Diese beginnt bei 2500 DWZ. „Hourigans Wertungszahl ist 1992, er spielt aber wie 2452. Ein Sprung um etwa 500 ist schon beeindruckend.“ Fidemeister Thomas Michalczak (Südlohner SV) hat sein Rating deutlich verbessert, und zwar um 31 Punkte.

Großmeister da, wo er stehen soll

„Großmeister Alexander Bagrationi steht da, wo er stehen soll, nämlich auf Platz 1“, lobt der Turnierleiter. Mit ihm auf Platz 1 stehen Daniel Hausrath (SV Mülheim-Nord), der zweite Großmeister im Turnier, und Thomas Michalczak. Aufgefallen sind Christian Goldschmidt zwei „Underdogs“, nämlich Gerald Arold (Elberfelder SG) und der bereits erwähnte Gerrit Hourigan, die besser spielen, als es aufgrund ihrer DWZ zu erwarten gewesen wäre. Unter den Dortmunder Spielern sind Wolfgang Prüske (SC Hansa Dortmund) und Soel Kartsev von den Schachfreunden Brackel die bisher Besten.

Einer, von dem man es erwarten konnte, und einer, von dem man es nicht erwarten konnte, führen derzeit im B-Turnier: Auf Platz 1 steht Valentin Payes Kanders (SF Essen-Katernberg), der aufgrund seiner bisherigen Leistungen an Platz 115 gesetzt war. „Er ist mit einer 1500er-DWZ auf die Performance einer 2500er-DWZ geklettert“, ordnet Christian Goldschmidt die Leistung ein. „Er hat einen super Start hingelegt.“ Auf Platz 2 findet sich der Vierplatzierte Maksim Nasoyan (SG Ennepe-Ruhr-Süd). Beide haben fünf aus fünf Spielen gewonnen und unterscheiden sich nur in der Feinwertung. „Er spielt ein gutes Turnier“, lobt Christian Goldschmidt.

Dortmunder Jugendliche beweisen ihr Können

Erik Sprungala (18) von Rochade Eving hat seine Performance um 95 Punkte verbessert. Weitere Dortmunder Jugendliche, die gut gestartet sind, sind Mareike Wastian, Alexander Gromov und Jona Bungarten. Yves Burdot (De Sprenger Echternach) aus Luxemburg spielt ein gutes Turnier, ebenso Jan Vortmeier (SF Brett vor'm Kopp Duisburg) und Denis Hörhager-Celjo (Düsseldorfer SV). Christian Goldschmidt lobt auch Hussein Besou (einen Bericht über Hussein könnt ihr hier lesen): „Bei seiner tollen Wertung spielt er dementsprechend gut.“

Turnierleiter Christian Goldschmidt ist „normalerweise“ Jugendwart bei den Schachfreunden Brackel. Daher freut er sich besonders über das tolle Abschneiden seiner Brackeler Jugendlichen. „Sie spielen durch die Bank alle richtig gut“, lobt er. Gut ist auch die Burdot-Familie mit Louis, Clara und Yves (alle De Sprenger Echternach) dabei. Sie bekommen durchgängig gute Wertungen.

Weniger Überraschungen gibt es dagegen im C-Turnier. Dennis Schulz, der auf Platz 1 steht, und Nico Nathe (beide SV Rochade Eving) bringen gute Leistungen. Hauke Schiemann (SV Soest) steht auf Platz 2, gefolgt von Patrick Bohry (SF Brett vor'm Kopp Duisburg).

Turnier läuft problemlos

Generell verlaufen die Open ziemlich ruhig. „Es läuft alles ohne größere Probleme“, bestätigt Christian Goldschmidt. Zufrieden ist das Orga-Team mit den Temperaturen. „Vor einigen Jahren hatten wir mal 40 Grad. Das ging an die Substanz“, erinnert sich der Turnierleiter. Erstaunlich viele Spieler nutzen den Donnerstag für ein „bye“, ist Christian Goldschmidt aufgefallen. Bei einem „bybye“ darf ein Spieler eine Runde im Turnier aussetzen, erhält aber einen halben Punkt. „Vielleicht ist der Grund, dass die Großmeister am Donnerstag auch frei haben und dementsprechend deren Spiel nicht beobachtet werden kann“, vermutet der Turnierleiter.

Für die zweite Hälfte des Turniers ist dank einiger interessanter Konstellationen für Spannung gesorgt. Es bleibt spannend…