Über Literatur und Filme - Möglichkeiten der Weiterbildung im Schach

Ob Bücher, DVDs, Schachbretter oder Uhren: Bei den Sparkassen Open im Fritz-Henßler-Haus (FHH) kann man sich mit allem eindecken, was man zum Schachspielen benötigt. Schach Niggemann wird diesmal würdig vertreten.

Über 500 Bücher im Sortiment: Wer nicht nur spielen oder den Partien zusehen will, kann sich direkt beim Eingang mit jeder Menge Schachliteratur, aber auch Spielbretter, Software und andere Accessoires versorgen. Da sich der Schachversand Niggemann diesmal nicht selber um den Verkauf kümmern kann, übernehmen das die Schachfreunde in Kommission. Marcell Aulich steht an den langen Verkaufstischen und berät Interessierte. „Wir haben ein breites Spektrum von älteren Büchern – oft Partiensammlungen von Großmeistern – bis hin zu Literatur, die erst vor einem Monat erschienen ist“, beschreibt er das Sortiment.

Beliebt sind unter anderem Eröffnungs- und Endspielbücher. „Schachspieler neigen dazu, alles über mögliche Eröffnungen zu lesen, die dann aber doch selten vorkommen. Es würde sich lohnen, sich beispielsweise mehr mit den Basics zu beschäftigen“, gibt Marcell als Tipp. Das Buch „Pump Up Your Rating: Unlock Your Chess Potential“ beschäftigt sich mit allen Aspekten des Spiels und kann helfen, seine Stärke zu verbessern. Am besten verkaufen sich Bücher zum Selbststudium à la „Wie werde ich Großmeister“ oder „Wie verbessere ich mein Spiel“.

Neben Büchern gibt es aber auch DVDs oder CD-Roms. Die DVDs stammen oft von berühmten Spielern und zeigen beispielsweise deren Eröffnungen. „Die Discs sind eine Alternative zum Buch“, erklärt Marcell Aulich. Spieler, die sonst eher YouTube nutzen, greifen gerne dazu.

Schachuhren übertragen Partien

Aber auch Schachmaterial wie Bretter oder Schachuhren findet sich auf den Tischen. Es gibt einfache Spiele, aber auch edle Bretter, beschreibt Marcell Aulich. „Wir haben auch die DGT-3000-Schachuhr. An ihr kann man elektrische Schachbretter anschließen, die die Partien dann direkt ins Internet übertragen“, erklärt er.

Hauptsächlich kommen Turnierteilnehmer, um etwas zu kaufen. „Seltener sind es etwa die Eltern“, so Marcell Aulich. Ein kleiner Junge kommt und fragt nach einem Buch, das sein Vater für ihn zurücklegen ließ. „Geht das auch bis morgen?“, erkundigt er sich. „Klar, kein Problem“, bestätigt Marcell.

Schach spielt auch in der Literatur eine große Rolle. Vielen ist sicherlich die „Schachnovelle“ von Stefan Zweig bekannt. Im Krimi „Der Mordfall Bischof“ von S. S. van Dine steht das Spiel der Könige ebenfalls im Mittelpunkt. Gefragt ist im FHH aber eher Fachliteratur. „Es gibt aber Autobiografien, etwa von Kramnik oder Kasparov“, beschreibt Marcell. „Die verkaufen sich gut. Ebenso ein Buch über den letzten WM-Kampf zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana.“

Filme bieten Blick hinter die Kulissen

Auch einige Filme drehen sich um Schach. „Knight Moves – Ein mörderisches Spiel“ zeigt Christopher Lambert als (fiktiven) Schachgroßmeister Peter Sanderson, der in einen Mordfall verwickelt wird. Der Film „Magnus“ beschreibt den Weg des Schachgroßmeisters Magnus Carlsen zu seinem ersten WM-Titel. „Und in ‚Bauernopfer – Spiel der Könige‘ geht es um das Leben des exzentrischen Schachspielers Bobby Fischer und dabei vor allem seinen Zweikampf mit Boris Spasski um den Weltmeistertitel im Schach“, beschreibt Marcell. „Besonders die Filme über Carlsen und Fischer sind gut gemacht.“ Die Filme liefern einen Blick hinter die Kulissen. „Man bekommt mit, was für ein Aufwand hinter einem WM-Kampf steckt. Besonders die Vorbereitung, die Auswirkungen des Kalten Krieges und was das für die Familie bedeutet stehen im Fokus.“ Die Darstellung von Schachpartien in vielen Filmen kann Marcell dagegen nicht wirklich loben: „Oft sieht das so aus, als wenn ein Spieler mit 900er-DWZ gegen einen mit 500 DWZ spielt.“

Marcell Aulich ist jeden Tag von etwa 11 bis 17 Uhr an den Verkaufstischen im Eingangsbereich des FHH zu finden.