„Kein Tag ohne Schach“

Bei den Sparkassen Open im Fritz-Henßler-Haus gibt es jeden Tag zahlreiche Partien zu bestaunen. Die Ergebnisse werden später eifrig diskutiert und analysiert. Aber auch mit passender Lektüre können sich Teilnehmer und Zuschauer versorgen.

„Ich habe aus der Eröffnung raus gespielt und war gut vorbereitet“, erzählt Erik Sprungala nach seinem heutigen Spiel im Café des Fritz-Henßler-Hauses. „Meine Gegnerin musste sehr früh anfangen zu überlegen.“ Der 17-Jährige spielt im B-Bereich und ist „im Alltag“ bei Rochade Eving aktiv. „Ich habe auf Fesselung gespielt, da kam sie nicht mehr raus, vor allem, weil ich den Druck verstärkt habe“, beschreibt er. Schließlich gab seine Gegnerin auf. Nach dem Spiel gibt Erik seine Partie in eine Schach-Software ein, um zu überprüfen, wie gut seine Züge waren. Seine Partien hat er bisher alle gewonnen, obwohl seine Gegner bessere DWZ-Werte hatten, freut er sich.

Aber auch von „weiter weg“ hat es zahlreiche Teilnehmer nach Dortmund gezogen. Gut vertreten ist zum Beispiel die Schachakademie Paderborn. „Wir sind mit sechs Kindern hier. Drei spielen im B-Turnier und drei im C-Turnier“, erzählt Iris Meier, die mit zwei weiteren Müttern im Café sitzt. Bei den B-Spielern gab es zwei Siege und ein Remis, im C-Bereich leider Niederlagen. „Sie sind noch ganz neu, während die Teilnehmer des B-Open zum dritten Mal dabei sind“, erklärt Iris Meier. Das Turnier gefällt ihr: „Es herrschen gute Bedingungen. Da haben wir schon anderes erlebt.“ Auch die Nähe zum Bahnhof kommt gut an: „Wir kommen jeden Tag aus Paderborn“, ergänzt Katrin Hencke, ebenfalls Mutter eines Spielers der Schachakademie.

Die jungen Paderborner Spieler sind ebenfalls mit den Open zufrieden. „Es ist eine angenehme Stimmung“, sagt Anastasia (11). Sie hat ihre Partie leider verloren. Sie ist aber trotzdem zufrieden, da sie das erste Mal bei den Open ist. Auch Luna hat ihre Partie nicht gewonnen. „Ich hätte manchmal schlagen können, habe es aber übersehen“, sagt die Elfjährige selbstkritisch. Genau wie ihre Freundin Anastasia spielt sie bereits seit der Grundschule Schach. „Sie spielen beide mit Inbrunst – kein Tag ohne Schach“, sagt Iris Meier. „Wir fiebern alle mit“, ergänzt Katrin Hencke.

Die bisher gespielten Partien sorgen – ob gewonnen oder verloren – auch im Nachhinein für reichlich Gesprächsstoff. An einem Schachbrett analysiert Christian Goldschmidt, Turnierleiter und Trainer bei den Schachfreunden Brackel, mit einem halben Dutzend seiner Schützlinge deren Partien. Seine Hände huschen über das Brett, während er erklärt, welche Folgezüge möglich sind. „Ich habe zweimal verloren, weil ich nicht aufgepasst habe“, ärgert sich Daniel. Der 14-Jährige spielt seit über zehn Jahren Schach, viele Jahre davon bei den Schachfreunden. Das Turnier macht ihm aber viel Spaß. Alois hat seine Partien gewonnen. „Bei der zweiten Partie hatte ich aber auch Glück, da mein Gegner einen Zug machte, mit dem er nur verlieren konnte“, so der Elfjährige. Ali (16) hat eine Partie verloren und eine Remis gespielt. „Ich hatte deutlich stärkere Gegner“, erklärt er. Am Turnier gefallen ihm die vielen Möglichkeiten: „Jede Partie ist anders.“

Wer nicht nur spielen oder den Partien zusehen will, kann sich direkt beim Eingang mit neuem Lesestoff versorgen. Jede Menge Schachliteratur, aber auch Spielbretter, Software und andere Accessoires gibt es bei Schach Niggemann. „Die Schachcomputer sind besonders bei den Jüngeren beliebt“, erzählt Michael Stein, der gemeinsam mit Jan Eric Chilla in Dortmund vor Ort ist. Etwa ein Viertel des Gesamtsortiments haben sie dabei. Trotzdem sind es etwa 1000 verschiedene Artikel, davon allein 900 Bücher. Beliebt ist etwa „The Full English Opening“ von Carsten Hansen. Übrigens haben sie das Turnier mit den Schachuhren ausgestattet.

Die Open sind ein ziemlicher Aufwand für den Schachversand. „Wir machen das vor allem aus Verbundenheit mit dem Ausrichter, der Schachschule Dortmund“, erklärt Michael Stein. Die Vorbereitungen starten etwa eine Woche vorher. Früher waren sie mit ihrem Sortiment beim Chess-Meeting. „Seit einigen Jahren kommen wir zu den Open.“

An den Wochentagen ist Schach Niggemann nicht in Dortmund. Aber am Abschlusswochenende werden sie wieder da sein. Besonders interessant für Besucher der Sparkassen Open: Wer in den kommenden Tagen bei Schach Niggemann etwas bestellt, kann es Samstag oder Sonntag in Dortmund abholen. Eine Info, etwa per Mail, an den Schachversand reicht. Online sind sie unter www.schachversand.de zu finden.