Sparkassen Open: So sorgt das Orga-Team für einen reibungslosen Ablauf

Endlich haben die Spiele begonnen: Die Sparkassen Open finden bis 22. Juli (Sonntag) im Rahmen des Sparkassen Chess-Meetings statt. Das Orga-Team muss sich dabei im Fritz-Henßler-Haus den unterschiedlichsten Aufgaben stellen – auch einigen unerwarteten.

Bis einschließlich nächstes Wochenende ist das Fritz-Henßler-Haus (FHH) an der Geschwister-Scholl-Straße 33 fest in Schachspielerhand. Neben zahlreichen spannenden Partien gibt es auch die Möglichkeit, die neueste Literatur zu erwerben und sich mit anderen Spielern auszutauschen. Im Hintergrund verantwortlich ist ein Organisationsteam, das die Sparkassen Open für die Schachschule Dortmund durchführt. Aber wie sorgt das Orga-Team – viele von den Schachfreunden Brackel – für den reibungslosen Ablauf? Und was passiert eigentlich den ganzen Tag über?

8 Uhr Die ersten Teilnehmer kommen bereits jetzt, ebenso einige Schachspieler, die hoffen über die Warteliste in das Turnier zu kommen. Und das, obwohl noch eine Stunde Zeit bis zum offiziellen Einlass ist.

9 Uhr Turnierleiter Christian Goldschmidt, Stefan Heyden und Marcel Luft nehmen Teilnehmer und potentielle Nachrücker vor dem Eingang des FHH im Empfang. Endlich setzt sich die Schlange in Bewegung.

9.38 Uhr Ein älterer Herr fragt, ob es Sinn macht sich auf die Warteliste setzen zu lassen. „Bisher ist nur einer drauf“, macht Christian Goldschmidt Mut. „Ich kann aber nicht einschätzen, ob es klappt.“ Bald darauf sind die letzten Lücken voll.

9.45 Uhr Schiedsrichter Steffan Uhlenbrock sitzt entspannt vor dem FHH und schaut dem Treiben zu. „Ich akklimatisiere mich“, sagt er augenzwinkernd. Seine erste Aufgabe erwartet ihn eine halbe Stunde vor Turnierbeginn: „Dann muss ich die Schachuhren an jedem Brett richtig programmieren.“

9.47 Uhr „Alles gut“, meldet Stefan Heyden. Bisher sind zwar erst 30 von den 130 auf seiner Teilnehmerliste da, „aber das ist normal“. Der Aufbau war bereits am vorigen Tag. Besonders Steffan Wangrin und Udo Marienfeld haben dabei eifrig mitgeholfen.

10 Uhr Der Andrang wird stärker. Immer mehr Leute füllen den Teilnahmezettel aus und bekommen ihre Turnierausweise. Das Dreier-Team kommt kaum hinterher. Einer der Teilnehmer ist Erik Sprungala von Rochade Eving. „Ich bin neugierig wo ich spiele“, verrät er. „Es ist deutlich mehr los als voriges Jahr. Ich bin gespannt, wo die Teilnehmer alle untergebracht werden.“ Gelingen wird es schließlich, auch wenn es eng wird.

10.12 Uhr Sven Krüger ist seit 9 Uhr hier und bastelt an der Technik. „Ein Server will noch nicht so recht“, sagt er. Generell klappt es aber mit der Technik. Das Team ist das erste Mal im Backstage-Bereich untergebracht, so Thomas Fiebig, der den Sportland-NRW-Cup organisiert (ehemals Helmut-Kohls-Turnier). „Der Raum ist ein echtes Upgrade“, freut er sich.

10.36 Uhr „Wir sind eigentlich über dem Soll“, erklärt Wilfried Werner Jentzsch, Schiedsrichter und Mitorganisator. „250 waren geplant, jetzt sind wir bei 271. Eventuell setzen wir aus dem B-Turnier in den A-Bereich, wo noch Bretter frei sind.“

11 Uhr Pünktlich zum offiziellen Start sind alle Plätze vergeben. Für ein paar Wartende haben sich die Hoffnungen aufs Nachrücken leider nicht erfüllt.

11.12 Uhr „Bei Christian funktioniert der Drucker, bei mir nicht“, meldet Sven Krüger. „Das kriegen wir hin“, so der Angesprochene zuversichtlich. Und wirklich klappt es auch bald.

11.17 Uhr Udo Marienfeld bringt einen Spieler zum Orga-Team, der später kam und sich noch eintragen muss. Christian Goldschmidt erledigt schnell die Formalitäten.

11.48 Uhr „Ich finde Deinen Laptop im Netzwerk nicht“, sagt Christian Goldschmidt zu Sven Krüger. Als keine Reaktion erfolgt, dreht er sich verwundert um und merkt, dass Sven Kopfhörer aufhat und ihn nicht hören kann. Nachdem er Sven angetippt und seinen Einwurf wiederholt hat, kümmert sich Sven um das Problem.

12 Uhr Während die Turniere alle laufen, stellt sich Wilfried Werner Jentzsch auftretenden Problemen. Er schaut etwa, dass für Rollstuhl- und Rollatorfahrer passende Tische eingerichtet werden. Auch steht der Innenhof nicht für kurze Pausen zur Verfügung, da beim Starkregen diese Woche einige Äste runterkamen und das Grünflächenamt erst Entwarnung geben muss.

12.17 Uhr Die erste Partie des Turniers ist bereits nach knapp einer halben Stunde zu Ende. Sie fand im C-Open statt, wie Schiedsrichter Aaron Slanina berichtet. Etwa zeitgleich kommt es im A-Open zu einer kuriosen Situation, als bei einem Spieler plötzlich ein Handy klingelt, obwohl es streng verboten ist, eingeschaltete Handys dabeizuhaben. „Ich habe dem Spieler dann auf Englisch erklären müssen, dass die Partie vorbei ist“, beschreibt Schiedsrichter Boris Vorobyov.

13.39 Uhr Die Lage hat sich entspannt. Das Team gibt die Partien per Schachdatenerfassungsprogramm „Chessbase“ ein, wie Thomas Fiebig erklärt, damit sie später im Internet hochgeladen werden können.

14 Uhr Viele Open-Teilnehmer gehen zum offiziellen Start des Sparkassen Chess Meeting ins nahe gelegene Orchesterzentrum NRW an der Brückstraße 47. Dort haben sie freien Eintritt. Bis 21. Juli werden Titelverteidiger Jan Nepomnjaschtschi und andere Weltklasse-Schachspieler gegeneinander antreten.

15 Uhr Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe eröffnet die Schachtage offiziell. Der Salomon-Elkan-Preis (benannt nach dem jüdischen Herrenausstatter und Dortmunder Schachpionier gleichen Namens) für besondere Verdienste um das Chess-Meeting geht dieses Jahr an die Dortmunder Schachschule, die sich sehr um die Nachwuchsförderung bemüht und seit Jahren zu den Organisatoren des Sparkassen Chess-Meetings gehört. Mentor Christian Goldschmidt nimmt den Preis im Empfang. Außerdem verleiht das Organisationskomitee der Schachtage den Ferdinand-Fabra-Preis Preis für Nachwuchsförderung, benannt nach einem BVB-Trainer, der auch begeisterter Schachspieler war, an die Schulmannschaft der Aplerbecker Grundschule und ihren Dortmunder Schulmeister Felix Kommessin. Den ersten Zug des Turniers führt wieder Bürgermeisterin Birgit Jörder für die Stadt aus.

16.22 Uhr Mittlerweile ist es ruhig geworden im FHH. Alles hat sich eingespielt, bestätigt das Orga-Team. Nur der Server tut es noch nicht. Auf Sven Krüger wartet daher eine Extraschicht, damit an den kommenden Tagen weiter alles reibungslos läuft.